Am heutigen Sonntag haben wir einiges erlebt - mal wieder. Nachdem wir recht früh in Richtung South Barrington aufgebrochen sind, erreichten wir nach einer kappen Stunde die Willow Creek Community Church. Die gesamte Anlage dort überrascht durch ihre unglaubliche Größe. Sowohl das Grundstück (in Park-Größe) als auch die einzelnen Gebäude sind wirklich riesig. Die Freundlichkeit der Ordner und Gottesdienstbesucher war - wie man es von den USA generell kennt - vorbildlich. Wir haben uns wohlgefühlt.
Wir erlebten einen Gottesdienst des aktuellen Jugendpastors, der über das Gleichnis vom Sämann sprach. Bei seiner Analyse der aktuellen Lage bei der Jugendarbeit in den USA wurde er ernst: Der "Boden" hier ist nicht gut. Bei Willow habe er für die Jugendarbeit die Konsequenz gezogen, den Jugendlichen zu mehr "Disziplin" beim Studieren von Gottes Wort zu verhelfen. Man baut hier offenbar wieder verstärkt auf Werte, die wir von unseren Großeltern kennen. Er sagte: "Sätze wie 'das tut man nicht' hört man heute nicht mehr gern. Aber wirklich frei sind wir erst, wenn wir das aktuelle Weltbild wirklich auf den Kopf stellen und 'Sklave Jesu' werden". Unpopuläre Worte, aber die Frucht kann nicht bestritten werden: Die Jugendarbeit wächst. Auch Eltern wurden an ihre Vorbildfunktion erinnert. Ein schönes Bild: Kinder verlassen ihr Elternhaus, um sich auf den Weg zur Schule zu machen. Wenn sie zurückblicken, sehen sie Vater und Mutter gemeinsam über der Bibel. Sie leben ihren Glauben. Doch - wo ist das so? Oft bekäme er in der Arbeit mit Jugendlichen Sätze zu hören wie "Nicht einmal meine Eltern nehmen das ernst ... warum also ich?". Schön war, daß dies alles nicht als Vorwurf, sondern als Ansporn rüberkam. Wachsen durch das Beschäftigen, das "Meditieren" über Gottes Wort. Obwohl er mir aus der Seele sprach, erkenne ich in meiner kleinen Familie hier durchaus "Wachstumsbereiche". Schön zu sehen, daß es hier bei Willow funktioniert. Ich bin überzeugt, woanders tut es das genauso.
Nach dem Gottesdienst fuhren wir in unser "Stammrestaurant", das BAHAMA BREEZE. Wie immer begeistert mich die Geschwindigkeit, mit der die Bedienung kostenlos die Erfrischungsgetränke nachfüllt. Und die kann man hier wirklich brauchen. Es ist heiß und wir fühlen uns, als hätte jemand den Schalter auf "Sommer" direkt nach unserer Ankunft in den USA umgelegt. Nun, nach einem sehr, sehr reichhaltigen Essen und einem (völlig überflüssigen) Nachtisch fuhren wir zum Hotel. Nach einem schnellen Check-In ging es gleich weiter in die Stadt: Downtown Chicago. Nach einem kurzen Fußmarsch Richtung des "Wrigley Buildings" haben wir unsere Tickets für die Bootstour gekauft und uns noch ein wenig umgesehen. Dann ging es auch bald los. Mit dem Schiff ging es dann gefühlt auf das "offene Meer" hinaus - es war zwar "nur" der Lake Michigan, aber bis zum anderen Ufer kann man ohnehin nicht schauen. Eine sehr empfehlenswerte Tour.
Nach der Fahrt auf dem Fluß trieb es uns dann in den Millenium Park, da wir wußten, daß heute dort ein kostenloses Konzert aufgeführt wurde. Eine wunderbare Eigenschaft der Einwohner von Chicago: Man trifft sich zu solchen Anlässen gemeinsam dort, packt sogar (was sonst in den USA in der Öffentlichkeit eher verpöhnt) ein Gläßchen Wein aus und genießt die Klänge der Musik. Das gesamte Gebiet um diesen Park ist wunderbar angelegt und zwischen den Wolkenkratzern und Hochhäusern wirkt das idyllische Grün wie eine Insel zum Durchatmen. Es wurde schließlich dunkel und so traten wir den Rückweg an.
Dank Internet im Hotel wissen wir jetzt, daß für Montag eine 40 %-ige Regenwahrscheinlichkeit gemeldet wurde. Somit könnte es sein, daß wir morgen von der geplanten Vorgehensweise abweichen und eventuell ein Hotel umbuchen, damit wir unsere Shopping-Tour vorziehen können. Wir werden sehen.







